Angst machen gilt nicht

Als meine Tochter ungefähr vier Monate alt war nahm ich an einem Benefizlauf teil. Entspannt lief ich mit meiner Kleinen im Jogger die Route ab. Die meisten Mitläufer kannte ich nicht und es ergaben sich interessante Gespräche. Ganz besonders ein Gespräch hängt mir bis heute nach.

Ein Mann gesellte sich zu unserer Gruppe und wir sprachen über die Jogger-Kinderwagen, die es derzeit auf dem Markt gibt. Irgendwann kam die obligatorische Frage: „…und, schläft sie durch?“ Nun muss ich vorweg sagen, dass unsere Kleine fast von Beginn an durchgeschlafen hat. „Ja, klappt eigentlich ganz gut.“ sagte ich. „Oh, na dann warte mal ab, das bleibt nicht so.“ Etwas verdutzt lief ich weiter. „Bei uns war das am Anfang auch so. Dann plötzlich schlief unser Kind gar nicht mehr. Das war echt der Horror…“ Den Rest des Gespräches habe ich mir nicht mehr gemerkt. Es stimmten noch ein paar andere Läufer mit ein und irgendwann ließ ich mich zurückfallen. Ich mochte das alles nicht mehr hören.

Dass der nächtliche Schlaf deutlich weniger wird, wenn man ein Kind hat, ist ja nun kein Geheimnis. Der kleine Zwerg braucht Nähe und die Eltern müssen sich eben erst daran gewöhnen. Später rauben einem dann Erkältungen, Fieber oder sonstige Krankheiten den Schlaf… alles bekannt. Was mich wirklich gestört hat war die Grundstimmung: „Dein Leben ist vorbei, wenn Du Kinder hast.“

WARUM?

Seitdem ich Mutter bin habe ich Verabredungen absagen müssen, saß fertig aufdrappiert (praktisch partyfertig) zu Hause und hielt meine Tochter bis spät in die Nacht, weil sie nicht schlafen konnte. In manchen Nächten stehe ich mittlerweile so oft auf, dass ich irgendwann im Schaukelstuhl in ihrem Zimmer mit ihr zusammen einschlafe. So manche Tasse oder Schüssel hat bei uns das Fliegen gelernt, weil ich während meiner eigenen Mahlzeit meine Kleine bespaßt habe.

Ich würde lügen, würde ich behaupten, ich hätte nicht schonmal Folgendes gedacht: „Ich mag mal wieder ausschlafen.“ „Ungestört Sport machen, das wär was.“ „Oh, mal wieder ganz in Ruhe kochen und dann essen, das wäre toll.“ …
Doch wenn ich dann auch nur eine Sekunde an meine kleine Maus denke, ist das alles nahezu weg.

WICHTIG

Jeder Satz und jedes Wort bewirken etwas bei dem Sprecher UND dem Zuhörer! Ein Experiment: Denk doch bitte mal an den Geruch von Schweiß. …. Na, verzieht sich schon Dein Gesicht? Du hast gerade „nur“ daran gedacht und schon gibt es eine Reaktion. Wie ist es dann erst bei Gehörtem oder Gesprochenem…

MEIN FAZIT

Passt auf, was Ihr sagt. Worte machen etwas mit Euch und Eurer Umgebung. Es geht dabei nicht darum, seine Meingung hinter dem Berg zu halten. Es geht mehr darum, Euch selbst und Eure Lieben in positiver Grundstimmung zu begegnen. Nicht so schöne Sachverhalte mehr sachlich und (wenn es die Situation zulässt) liebevoll zu besprechen.

UND

Denkt daran: Eure Kinder können Euch hören. Sie mögen vielleicht nicht immer alle Worte verstehen, aber wir sprechen auch immer mit unserer Mimik!