Gönn Dir Ziele und einen klaren Fokus – es lohnt sich

Es gibt Arbeitstage in meinem Leben, da renne ich von Termin zu Termin. Ich schaue morgens auf die Uhr und dann plötzlich ist es auch schon Nachmittag. Ehrlich gesagt fällt es mir leicht, an solchen Tagen motiviert zu sein. … und dann gibt es so Tage wie heute. Mein Bürotag. Ich habe viele kleine (aufgeschobene) Aufgaben vor mir und so hangele ich mich von der ersten zur nächsten und weiter. Mittags ist die Liste schon deutlich kleiner geworden ABER meine Aufmerksamkeit lässt auch langsam nach. So habe ich z. B. die letzten 15 Minuten damit verbracht, mich durch die bunte Bilderwelt von Instagram zu klicken.

Ich arbeite selbst gerne mit Instagram und hole mir sehr viel Inspiration darüber. Tolle Netzwerke habe ich so kennengelernt. Doch dieses „Durchklicken“ hat damit nichts zu tun. Wie in Trance schaue ich mir seltsame „Vorher-Nachher-Bilder“ an oder beobachte Basteltipps für selbstgemachte Eierbecher …

„Vor nicht all zu langer Zeit habe ich mir doch geschworen, nach meinem Studium wieder mehr Sport zu machen…“ so erinnere ich mich just in diesem Moment. Kunden sind mittags ohnehin keine zu erreichen und ich gönne ihnen allen eine wundervolle Pause (hoffentlich ohne Telefon und PC). Also nix wie rein in die Laufkleidung und los geht es auf die Strecke. Locker und nur 30 Minuten …. so der Plan.

Laufen war schon früher ein gutes Ventil für meine Gefühlswelt. Ob mies drauf, gestresst oder auch so glücklich, dass es mir sehr schwer fiel, nicht laut mit zu trällern, wenn Freddy Mercury „Can’t stop me now“ in mein Ohr sang. Egal, wie die Frage lautete, meine Antwort war: LAUFEN!

Heute raffe ich mich schon ein wenig schwerfällig auf und suche zunächst einmal meine Gürteltasche. Ja, die ist unerlässlich. ICH LIEBE MUSIK beim laufen! Ja, ich weiß… Vogelgezwitscher, Blätterrauschen etc. soll ganz toll entspannend sein…. ich brauche allerdings meine Herzensmusik. OK, früher waren die Beats schneller als heute, aber dennoch einfach schön. Nach ca. 15 Minuten suchen (ein deutliches Zeichen dafür, dass ich schon viel zu lange nicht mehr joggen war) finde ich endlich die ersehnte Tasche und mache mich auf den Weg.

Seit den Trainingseinheiten für die Wettkämpfe früher fällt es mir recht leicht, langsam zu starten. Ich bereite mich vor, verstaue alles ordentlich, so dass mich nichts stört und dann komme ich in entspannten, lockeren, beschwingten Lauf. Deutlich langsamer als früher, aber genau so ist es ja auch geplant. …. noch alles gut.

Bei der Hälfte lege ich eine Pause ein und gönne mir ein kurzes Workout auf einer Parkbank. Die Ausdauer und die Muskulatur arbeiten stimmig und ich fühle mich wohl. Weiter geht es.

Ganz plötzlich schlägt mein kleines Läuferherz einen neuen Takt. „Wenn es doch gerade so gut läuft, dann könntest Du doch auch mal wieder ein bisschen schneller laufen. … nur mal gucken, ob es noch geht.“ flüstert mir eine meiner laufinfizierten Gehirnwindungen zu. Meine Mundwinkel ziehen sich nach oben und ich denke wieder an dieses berauschende Gefühl … dieses Pulsieren in den Blutgefäßen nach einem „All-Out-Sprint“ (also bis zur absoluten Erschöpfung. Das macht in einem gezielten Training und ganz kontrolliert wirklich Sinn.). Wenn ich so gesprintet bin, dann überschlagen sich meine Atmung und mein Herzschlag, ich fühle das Pulsieren bis in die kleinste Zelle meines Körpers und das Leuchten meiner Augen überstrahlt jeden Stadionscheinwerfer. Allerdings weiß ich auch, dass ich den Rest des Tages keine produktive oder kreative Arbeit mehr leisten kann bzw. will. Ich liebe es, dieses berauschende Gefühl lange zu zelebrieren und spätestens 1 Stunde nach Trainingsschluss habe ich Hunger. Und damit ich HUNGER!! Ich lege mir bei solchen Trainings immer vorher schon eine gute Mahlzeit zurecht, sonst wird es dann definitiv unschön und alles andere als gesund. Mittlerweile kenne ich mich da schon sehr genau.

So laufe ich mit diesen wilden Gedanken und aufschäumenden Gefühlen auf die vorletzte Etappe meiner Strecke zu. Und nun wird es richtig unfair. Die Gedanken kreisen heftig, als plötzlich auch noch eines meiner Lieblingslieder meine Gehörgänge erreicht UND das Leuchtsignal einer etwas größeren Ampelkreuzung meine Aufmerksamkeit weckt. Diese Ampel ist einfach phantastisch für einen Sprint. Die Schaltung der Fußgängerampel ist schon recht großzügig, sodass sie leicht überquert werden kann…. doch ich liebe es meine Zeit immer wieder zu unterbieten. Meist positioniere ich mich ein paar Meter vor der Ampel auf dem Fußgängerweg und jage dann mit halsbrecherischem Tempo (zumindest für mich ist es das) und fliegenden Beinen über die Kreuzung.

Ja und genau in diesem Gefühlschaos und mit toller Musik auf den Ohren komme ich genau an diese Stelle. Kurz denke ich noch „die Ampelschaltung ist heute perfekt…“. Dann ziehe ich die Reißleine. Ich atme tief durch, verlangsame meine Schritte wieder und halte über die gesamte Kreuzung meinen entspannten Laufschritt. Schwer fällt mir das erstaunlicherweise nicht, denn ich denke an all die Dinge, die ich heute noch schaffen werde, weil ich NICHT sprinte. Mein Fokus schärft sich wieder auf die heutigen Ziele und auch die restlichen Zellen meines Körpers beruhigen sich allmählich wieder … naja fast alle. Mein kleines Läuferherz weint ein klitze kleines bisschen, doch ich verspreche ihm, gleich nach Rückkehr in meinen Terminkalender zu schauen und dann einen Termin mit ihm, der Ampel und mir zu vereinbaren.

Dieser kleine Lauf ist nun ein paar Stunden her und ich habe seither wirklich viel erledigt. Ich fühle mich erfrischt und glücklich. Warum ich das schreibe?

Was hier passiert ist, hat mir wieder deutlich gemacht, dass es Sinn machen kann den Alltag ähnlich wie einen „Trainingsplan“ zu betrachten. Ein Trainingsplan, der mich meinen Zielen näher bringt und mich gesund hält. Training und Ziele sollten stimmig sein, dann kann es auch erfolgreich werden. Dabei meine ich keinen verbissenen Plan, den es mit aller Macht durchzuhalten gilt. Denn auch bei einem sportlichen Ziel dürfen Pläne geändert werden, wenn sie sich im Laufe der Zeit als unpassend für das Ziel erweisen! In diesem Fall jedoch, war der Plan meine Rettung. Denn ich hatte noch viel vor heute und ohne Vorbereitung hätte ich zwar ein tolles Lauf-Glücksgefühl gehabt aber ein mieses Arbeits- und Regenerationsgefühl (schonmal eine ganze Tüte Müsli mit 2 Litern Milch und anschließend 1 Apfel sowie 1 Banane verdrückt, weil nichts anderes im Haus war? … mir wird schon mulmig, wenn ich mich daran zurück erinnere).

Behaltet Euren Fokus und gönnt Euch tolle Ziele… es lohnt sich! … mein kleines Läuferherz freut sich übrigens nun auf nächste Woche 😉

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