Stell eine Frage an … Barbara Rittner

Ich bin ehrlich, von Barbara Rittner hatte ich bis zu diesem Wochenende noch nie etwas gehört. Tennis-Fans schütteln jetzt vielleicht verständnislos den Kopf und ich muss ehrlich eingestehen, dass ich da wirklich etwas verpasst habe!

Zur Person: Barbara Rittner ist ehemalige Tennisspielerin, war von 2005 bis 2017 Kapitänin des FedCup-Teams und ist seit 2009 die erste Bundestrainerin des Deutschen Tennis Bundes.

Sie fasziniert durch ihre klare, offene Art und steht offen zu ihrem Ruf eine „harte Trainerin“ zu sein. Das glaube ich ihr sofort und noch etwas wird schnell deutlich: Für ihre Schützlinge und deren Entwicklung will sie immer das Beste!

Im Rahmen meiner Ausbildung zum SportMental Coach war sie eine der Referentinnen und gab uns einen umfangreichen Einblick in Ihre Arbeit – natürlich unter Wahrung der Diskretion!

Von sich selbst sagt Frau Rittner, dass sie jede Station bis zu ihrer heutigen Tätigkeit auch wirklich selbst durchlebt hat. Sie atmet förmlich Tennis und weiß genau, wovon sie spricht. Als Kapitänin des FedCup-Teams wusste sie sofort: Ich brauche ein buntes Betreuer-Team! Mit ihren verschiedenen Eigenschaften und Fähigkeiten hat jeder einen anderen Blick und andere Antennen für die Sportlerinnen. Und das ist wichtig für den Gesamtblick.

Daher: Für komplexe Vorgänge brauchst Du vertrauensvolle Partner, die sich gut ergänzen und ganz verschiedene Antennen haben!

Hintergrund: Der FedCup ist der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften im Damentennis. Es erstreckt sich über mehrere Monate mit mehreren nationalen Qualifikationen und einer einwöchigen Finalphase (inkl. Vorbereitung).

Das bedeutete insbesondere für die Kapitänin und das Betreuer-Team: Die in ihrer Art grundsätzlich verschiedenen Einzelspielerinnen innerhalb kurzer Zeit zu einem Team zu formen. Jede einzelne möchte gesehen und so unterstützt werden, wie sie es braucht. Keine Spielerin ist austauschbar. Die Brechstangen-Methode oder Drohungen zur Durchsetzung der eigenen Vorstellungen waren da sicherlich keine sinnvollen Methoden.

Und daher war meine Frage an Frau Rittner: „Wie haben Sie es geschafft, stets so punktgenau in Ihrer Optimalspannung zu sein, um die jeweilige Sportlerin so individuell unterstützen zu können, wie diese es für ihr bestes Ergebnis gebraucht hat?“

Hintergrund: Optimalspannung ist die innerliche Anspannung, die uns fokussiert, klar, kompetent und doch auch flexibel handeln lässt. Insbesondere vor Herausforderungen (Sprechen vor mehreren Menschen, Gehaltsverhandlungen etc.) kann der Aufbau der Optimalspannung sehr vorteilhaft sein. Die Über- und die Unterspannung sind die beiden Extreme dazu.

Zusammengefasst waren bei Barbara Rittner drei Dinge dafür entscheidend: Genau wissen, was mein Gegenüber wann zur Unterstützung braucht (insbesondere bei emotionalen Situationen in Drucksituationen). Urvertrauen auf die eigenen Fähigkeiten und die Intuition. Fokus.

Ganz wichtige Eigenschaften für das Arbeiten mit und in Teams.

Den folgenden Impuls gab sie noch für Situationen in denen wir uns schwer für eine Reaktion entscheiden können: Wenn Dir mehrere Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und Du zweifelst, welche die 100%ig richtig sein könnte, dann nimm die erste, die Dir in den Gedanken kommt. Aber die dann auch mit vollem Einsatz!

Sie hat diese Aussage natürlich spezifischer und aus einer ganz konkreten Situation im Tennis getroffen … Aber so allgemein ausgedrückt bekommt sie für uns in unserem Alltag ebenfalls eine große Kraft!

Dies deckt sich im Übrigen mit einer Aussage von Urs Meier (ehemaliger schweizerischer Schiedsrichter). Dieser hatte noch ergänzt, dass wir dann auch für diese Entscheidung eintreten und Verantwortung übernehmen sollen. Auch, wenn es im Nachhinein nicht die beste Entscheidung war!

Insgesamt war es ein spannender Vortrag, der übrigens aufgrund der besonderen Situation derzeit ganz spontan via Video-Konferenz durchgeführt wurde! Auch in Zeiten der Unsicherheit und Isolierung können wir miteinander und voneinander lernen, gemeinsam lachen und uns weiter entwickeln!

Am darauf folgenden Tag hatten wir noch die Gelegenheit von Matthias Knossalla zu lernen … Dazu folgt bald der Beitrag! Vorab schonmal: Es war großartig!

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