Gesundheitskompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, sie zu verstehen, einordnen und anwenden zu können, um dann im Alltag Entscheidungen im Sinne unserer Gesundheit treffen zu können.

Klingt etwas umständlich, ist aber recht einfach. Ein Beispiel:

Sie wissen, dass Sie jeden Tag eine bestimmte Menge Wasser trinken sollten! Wenn Sie nun noch wissen, dass die bisher bekannten Mengenangaben nur Richtwerte sind und der tatsächliche Wert von Faktoren wie sportliche Aktivität, ballaststoffreiche Nahrung, Außentemperatur etc. abhängig ist, dann sind Sie schon recht weit. Wenn es Ihnen dann n noch gelingt, täglich die für Sie passende Menge Wasser zu sich zu nehmen, dann ist Ihre Gesundheitskompetenz in diesem Bereich schon recht gut!

Doch meist fängt es schon bei der Einordnung der Gesundheitsinformationen an. Dank der weltweiten Vernetzung sind immer mehr Informationen immer leichter abrufbar. Dabei ist es kaum noch möglich, verifizierte Informationen von Meinungen und Kommentaren zu unterscheiden. Für den Laien kann dies zuweilen sehr verwirrend und sogar frustrierend sein. Niemand möchte oder kann sich tagein tagaus nur damit befassen, ob er bzw. sie genug Wasser trinkt oder sich gemäß der neuesten Studien ausreichend bewegt. Oder denken Sie mal daran, wie viele grundsätzlich verschiedene Informationen und Empfehlungen es beim Thema Ernährung gibt. Das ist meines Erachtens das deutlichste Beispiel.

Doch was können wir tun?

Der aktuelle Ergebnisbericht der HLS GER2 Studie zeigt es deutlich: 58,8% der deutschen Bevölkerung haben eine geringe Gesundheitskompetenz und vor allem beim bewerten der Gesundheitsinformationen fühlen sich viele Menschen überfordert. Vielleicht geht es Ihnen da auch so und Sie nicken gerade fleißig zustimmend.

Informationen gibt es genug, was es braucht ist persönliche Unterstützung!

Was nutzen uns die vielen Informationen, wenn wir sie abrufen aber nicht einschätzen können? „Ist diese Information für mich wirklich relevant? Und wenn ja, wie kann ich sie umsetzen?“

Was wir also wirklich brauchen ist persönliche Unterstützung!

Es braucht Menschen, die unabhängig von Produkten Unterstützung bei der Einordnung und Umsetzung von Gesundheitsinformationen bieten können. Flexible Partner, die sich leicht in die Situation ihrer Klienten eindenken können und auch für Menschen mit komplizierten Lebenssituationen Lösungen erarbeiten können. Motivatoren, die nicht die eine Lösung erarbeiten, sondern beim Verständnis und der Ausarbeitung des Lösungsweges helfen.

Zwar bieten viele Krankenkassen bereits Unterstützung in Form von Online-Coaches und Video-Programmen an, doch auch hier zeigt die HLS GER2 Studie: „Die digitale Gesundheitskompetenz der Befragten ist sehr schwach ausgeprägt. Drei Viertel der Befragten weist eine geringe digitale Gesundheitskompetenz auf und hat große Schwierigkeiten, mit digitaler Information umzugehen. Besonders die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit und Neutralität digitaler Informationen wird als schwierig erachtet.“

Die Erfahrung zeigt: Es braucht Zeit

Die oben genannte Studie zeigt, wie es um die Gesundheitskompetenz der Deutschen steht und doch braucht es für ein Umdenken und neue Handlungsmuster Zeit. Dank guter Konzepte, die ich als Gesundheitsförderin selbst ehrenamtlich begleiten darf, wachsen viele Kinder heutzutage bereits mit einem anderen Verständnis für ihren Körper auf. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen für ihre und die Gesundheit anderer zu übernehmen.

Und Sie? Wenn Sie sich eine Unterstützung für Ihre Gesundheit zaubern könnten, wie müsste sie sein?

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